In der Fortbildungseinheit über die orthodoxe Spiritualität als Quelle der Erneuerung des Glaubens sollen Wege gefunden werden, um junge Menschen heute den geistlichen Quellen des Christentums zurückführen zu können. Dort begegnen wir der authentischen Kraft der Väter, die durch Askese in ihrer Begegnung mit Gott eine literarische Erbschaft hinterlassen haben. Es geht um mystische Erfahrung und lebendige Tradition, die wiederum zur Erneuerung des christlichen Glaubens in der modernen Welt beiträgt. Die Wiederentdeckung der geistlichen Übungen der Väter, die ihrerseits verschiedenen spirituellen Schulen etabliert haben, öffnen den Fokus auf das Herz (Herzensgebet). Der Väterspiritualität kommt insofern eine heilende Dimension zu, die in der orthodoxen Theologie auch als Seelenmedizin verstanden wird auf dem Weg zur Apatheia (Leidenschaftslosigkeit). Der Mittelpunkt dieser Heilmittel innerhalb der Kirche und um ihr Zentrum Jesus Christus sind die Sakramente. Dies soll zur Sensibilisierung für die mystische Verbindung zum Transzendenten führen im Blick auf junge Menschen, die in der säkularen Welt nach Orientierungspunkten suchen.
Die TeilnehmerInnen werden die asketischen Grundlagen des Glaubens kennenlernen bzw. in ihrem pädagogischen Wirken wiederentdecken, die zur Erneuerung der Sichtweise des heutigen Menchen verhilft. Dabei soll die Praxis der Tugenden der Alten Kirche in Erinnerung gerufen werden. Durch die Vertiefung des Verständnisses von Askese und Gebet in der Alten Kirche soll der Bogen zum Heute geschlagen werden. Der Mensch der Alten Kirche erhoffte durch die Übung der Tugenden von den Leidenschaften geheilt zu werden, um als Mensch neu zu werden und in die Gemeinschaft mit Gott (theosis) zu gelangen. Die säkulare Gesellschaft bietet der jungen Generation andere Wege an, die sich vom christlichen Ideal der Antike wegbewegt haben. In dieser Auseinandersetzung von damals und heute sollen Wege der Vermittlung innerhalb einer christlichen Pädagogik angeboten werden, die für junge Menschen neue Zugänge zur authentischen Identität einer spirituellen Anthropologie freilegen.